top of page

Wann braucht ein Kind eine Zahnspange?

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Viele Eltern fragen sich irgendwann: Braucht mein Kind eine Zahnspange? Oder sie stellen fest, dass die Zähne langsam schief wachsen und fragen sich: Warum passiert das überhaupt?



Warum Zähne schief wachsen – und was du darüber wissen solltest

Oft wird angenommen, dass Zahnfehlstellungen hauptsächlich genetisch bedingt sind. Gene spielen zwar eine Rolle – doch in vielen Fällen haben Funktionen im Mund- und Gesichtsbereich einen grossen Einfluss darauf, wie sich Kiefer und Zähne entwickeln.

An einer Weiterbildung zum Thema Zahnspangen wurde einmal mehr deutlich: Schiefe Zähne entstehen häufig nicht einfach zufällig, sondern durch verschiedene Einflüsse, die zusammenwirken.


Genug Platz im Kiefer – die Grundlage für gerade Zähne

Damit Zähne gerade wachsen können, braucht der Kiefer genügend Platz. Ist der Kiefer zu schmal oder zu klein entwickelt, müssen sich die Zähne den vorhandenen Raum teilen. Dadurch können sie sich drehen, überlappen oder in eine ungünstige Position wachsen.

Die Entwicklung des Kiefers hängt stark davon ab, wie die Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich genutzt wird. Verschiedene Gewohnheiten und Funktionen beeinflussen deshalb direkt, wie viel Platz später für die Zähne vorhanden ist.


Die Zungenposition beeinflusst die Kieferentwicklung

Die Zunge ist einer der stärksten Muskeln im Mundraum. Idealerweise liegt sie in der Ruheposition locker am Gaumen.

Diese Position unterstützt eine gesunde Entwicklung des Oberkiefers und hilft, dass der Kiefer breit genug wachsen kann.

Liegt die Zunge dagegen dauerhaft unten im Mund, fehlt dieser natürliche Wachstumsimpuls. Der Gaumen kann sich schmaler entwickeln – und die Zähne haben später weniger Platz.


Mundatmung oder Nasenatmung – ein wichtiger Unterschied

Auch die Art der Atmung spielt eine grosse Rolle für die Entwicklung von Kiefer und Zähnen.

Die natürliche und gesunde Atmung erfolgt über die Nase. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die richtige Zungenposition: In der Ruhe liegt die Zunge am Gaumen. Diese Position hilft, die oberen Atemwege offen zu halten und unterstützt so die Nasenatmung.

Wenn Kinder jedoch häufig durch den Mund atmen, verändert sich diese Balance. Die Zunge liegt dann meist tiefer im Mundraum, statt am Gaumen zu ruhen. Dadurch fehlt ein wichtiger Wachstumsimpuls für den Oberkiefer. Der Gaumen kann sich schmaler entwickeln – und das Risiko für Zahnfehlstellungen kann steigen.


Das Schluckmuster kann Zähne verschieben

Ein weiterer, oft übersehener Faktor ist das Schluckmuster.

Beim reifen Schlucken liegt die Zunge am Gaumen und die Lippen sowie Wangen bleiben entspannt. Manche Kinder behalten jedoch ein sogenanntes infantiles Schluckmuster bei. Dabei drückt die Zunge beim Schlucken gegen die Zähne oder zwischen die Zähne.

Da wir täglich mehrere tausend Mal schlucken, wirkt diese Kraft immer wieder auf die Zahnstellung ein und kann langfristig zu Verschiebungen führen.


Zähneknirschen – ein möglicher Hinweis auf Spannungen

Auch Zähneknirschen kann ein Zeichen dafür sein, dass im Kieferbereich Spannungen vorhanden sind oder nachts die Mundartmung bevorzugt wird.

Diese können beispielsweise mit Stress, muskulären Ungleichgewichten oder funktionellen Themen im Mundraum zusammenhängen. Es lohnt sich deshalb, auch hier genauer hinzuschauen und die möglichen Ursachen zu berücksichtigen.


Sind schiefe Zähne vermeidbar?

Nicht alle Zahnfehlstellungen lassen sich verhindern. Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Trotzdem können viele funktionelle Einflüsse früh erkannt werden. Wenn Themen wie Atmung, Zungenposition oder Schluckmuster früh beachtet werden, kann sich der Kiefer oft natürlicher entwickeln. In manchen Fällen kann dadurch der Bedarf für eine Zahnspange reduziert werden oder eine spätere Behandlung einfacher verlaufen.


Ganzheitlich hinschauen

In der Kinesiologie betrachten wir den Körper immer als Ganzes. Spannungen, Gewohnheiten oder funktionelle Muster im Mundbereich können Hinweise darauf geben, wo der Körper Unterstützung braucht.

Gerade bei Kindern kann eine frühzeitige Begleitung helfen, ungünstige Muster zu erkennen und neue, unterstützende Funktionen zu entwickeln.

Wenn du Fragen zu diesem Thema hast oder unsicher bist, ob bei deinem Kind funktionelle Faktoren eine Rolle spielen könnten, darfst du dich gerne bei mir melden.


Eva-Maria Burkhalter  Kinesiologie Praxis Uster www.kinesiologie-eva.ch

 
 
 

Kommentare


bottom of page